Im Straßenverkehr
Die Sache mit dem Autofahren im Alter wird ja schon länger diskutiert. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht so richtig, was ich dazu sagen soll. Ich bin ja nun selbst nicht mehr die jüngste und fahre doch ab und an noch mal mit dem Auto.
Gestern war auch wieder so ein Tag, an dem ich das Fahrrad stehen gelassen und das Auto benutzt habe.
Nun ist folgendes geschehen: ich stand an der Ampel (Rechtsabbiegerspur) und vor mir war noch ein weiteres Fahrzeug. Dieses fuhr dann auf einmal und ohne erkennbaren Grund bei Rot los und verursacht fast einen Unfall (Gott sei Dank konnte der, der eigentlich auf dieser Spur fahren durfte, noch rechtzeitig bremsen) Als ich dann Grün hatte, traf ich den anderen Autofahrer wieder und er war, wie man es eigentlich schon vermuten konnte, in etwa in meinem Alter.
Da habe ich mir dann die Frage gestellt, ob wir vielleicht doch nicht mehr alle geeignet zum Autofahren sind und ob wir wohl einen erneuten Test machen sollten. Ich persönlich unterstütze, zu diesem Schluss bin ich gekommen) einen Fahrtauglichkeitstest für ältere Menschen. Besonders was Reaktionszeit und Sehvermögen betrifft, bin ich mir bei mir selbst häufig nicht sicher, ob ich eigentlich noch zum Fahren geeignet bin oder, ob ich das Auto besser stehen lassen sollte.
Gerade in der Großstadt kann man schnell überfordert sein. Nun ja, ich jedenfalls würde freiwillig alle 2-3 Jahre einen Test machen, um sicher zu gehen, dass ich weder mich noch andere gefährde. Schließlich werden Fahranfänger auf Herz und Nieren getestet, um im Straßenverkehr keine Gefahr darzustellen und danach soll man sein Leben lang gut fahren können? Ich halte das für etwas großzügig geschätzt!
Und wie gesagt: ich würde mit gutem Beispiel voran gehen und mich freiwillig testen lassen. Ich habe deshalb auch beschlossen, mir einen geeigneten Ort für einen Reaktionstest zu suchen. Die Geschichte gestern hat mich dann doch etwas geschockt.
Einkaufen..
Ich persönlich finde, dass man es in meinem Alter nicht leicht hat, gute und vor allem tragbare Sachen zu kaufen. Man kann ja nicht einfach zu H&M gehen oder zu ZARA und was es da noch so gibt, sondern man muss sich schon altersgerecht kleiden.
Das ist, wie ich finde, nicht immer leicht. Ich möchte mich modisch zeigen. Nur kann man da auch mal eben über das Ziel hinausschießen und wie ein Papagei aussehen. Deshalb habe ich mich mal informiert, was man als Ältere so kaufen kann.
Als erster Tipp kam natürlich sofort C&A, aber das möchte ich dann auch nicht immer. Die haben zwar wirklich schöne Sachen, aber manches ist mir dann doch zu leger. Ich bevorzuge einen eleganteren Stil und jetzt habe ich eine tolle Marke gefunden, die meinen Ansprüchen gerecht wird und dennoch nicht zu teuer ist: COS.
Wie ich herausgefunden habe, ist COS die große Schwester von H&M, nur wesentlich eleganter, mit edleren Stoffen und schöneren Schnitten, eben optimal für mein Alter. Hier ist übrigens die Internetpräsens der Ladenkette:
http://www.cosstores.com/gb/site/home__start.nhtml#column2-pagemodule-1
Für mich schaffen die Schweden es gut, Mode für Jung und Alt zu entwickeln. Ich werde aber weiterhin für einfache Sachen wie Pullover oder T-Shirts zu C&A gehen und mir auch ab und an etwas Feines in einer kleinen Boutique gönnen, wozu hat man denn seine Rente.
Auch ein schwieriges Thema sind übrigens Schuhe. Ich finde ganz schwer welche, die nicht zu „omahaft“ wirken und dennoch bequem sind. Schließlich sind meine Füße auch nicht mehr die jüngsten und alles mit Absatz fällt aus. Ich wäre sehr dankbar über Tipps oder Vorschläge, weil ich diesbezüglich noch nicht zu einer Lösung gefunden habe, mal abgesehen von dem, was leiser immer anbietet.
Musik und Tanz
Heute möchte ich mich mal mit dem Thema Musik auseinandersetzen. Viele junge Leute glauben ja, dass ältere Menschen wie ich nur Deutschen Schlager hören, was natürlich ein unhaltbares Vorurteil ist. Sicherlich hören einige meiner Freunde auch gern mal ein Bisschen Hansi oder schauen die Schlagerparade, aber ich kann definitiv behaupten, dass das in meinem Freundeskreis eher die Ausnahmen als die Regeln sind.
Ich jedenfalls liebe Musik und kann inzwischen ohne mein Küchenradio gar nicht mehr atmen. Wenn ich morgens aufstehe, schalte ich als Erstes das Radio ein, höre ein paar Pop oder Rock-Songs, um in Schwung zu kommen.
Schwung ist auch schon das Stichwort. Ich wollte nämlich eigentlich darauf hinaus, dass ich meinen Mann und mich jetzt bei einem Tanzkurs angemeldet habe. Ihn zu überreden war nicht gerade leicht. „Was soll ich denn Tanzen lernen? Ich kann das doch schon!“ So in etwa hat er auf meinen Gesuch reagiert. Aber eine Freundin und ich sind fest entschlossen, uns den Winter mit ein wenig Swing zu versüßen.
Ich weiß natürlich, dass wir nicht zusammen mit jungen Leuten einen Tanzkurs besuchen können deshalb habe ich mich etwas umgehört und einen Tanzkurs speziell für Rentner gefunden. Hier übrigens ein guter Link für Interessierte. Ich bin wirklich gespannt, was mich da erwartet und hoffe natürlich, dass wir nicht mit Samthandschuhen angefasst werden, nur, weil wir ein etwas älteres Semester sind.
Aber gut, wir werden sehen.
wenn der Herbst beginnt…
…fange ich doch gern einmal an zu lesen. Und in diesem Herbst drängen sich mir zwei Bücher förmlich auf: zum einen natürlich das momentan am stärksten diskutierte Buch in der deutschen Öffentlichkeit von Thilo Sarrazin und zum anderen die Autobiografie des vom Schicksal gebeutelten Mädchen Natascha Kampusch.
Auch wenn ich Herrn Sarrazin ungern zu noch mehr Reichtum verhelfen will, interessiert mich dennoch, was hinter den ganzen Diskussionen steckt. Ich finde es ja schon bemerkenswert, wie groß die Sympathie im Volk für diesen mann ist. Immerhin hat die SPD 2 Prozent in den aktuellen Umfragen eingebüßt, nur, weil sie vorhaben, das Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank aus der Partei auszuschließen. Deshalb frage ich mich natürlich, ob unser Volk wirklich so große Probleme mit Einwanderern hat oder, ob Herr Sarrazin gar nicht so unglaubliche Dinge aufgeschrieben hat, wie von den Medien behauptet. Also der Titel klingt wirklich provokant, das gestehe ich mir ein, aber im Bucheinband selbst wird seine These bereits näher erläutert und klingt wie die Zukunftsprognose eines erfahrenen Mannes, der sein Leben der Politik und der Verwaltung gewidmet hat. Auch die Produktbeschreibung bei Amazon klingt nicht unbedingt negativ, was man ja vermuten könnte. Ich glaube, dass Herr Sarrazin nicht das Schicksal eines Jürgen Möllemann ereilen wird, auch wenn er soeben von der Presse gevierteilt wird.
Nun zu dem anderen Buch, dass ich diesen Herbst lesen möchte. Ich glaube, dass jeder 2006 die dramatische Geschichte von Natascha Kampusch miterlebt hat. Das arme Mädchen, das 3096 Tage von einem Perversen in einen Keller gesperrt wurde, Nun scheint sie ihre Geschichte soweit aufgearbeitet zu haben, dass sie ein Buch darüber schrieben konnte. Ich bin wirklich sehr gespannt darauf, nicht, weil ich mehr Details über diese grausame Geschichte erfahren möchte, sondern, weil mich die Entwicklung dieses armen Mädchens interessiert und, weil ich mir die Grausamkeit der Menschheit immer mal vor Augen führen muss.
Der Faktor Hobby
Ich glaube ich spreche hier nicht nur für mich, wenn ich sage, dass ich mir für mein Rentenalter viel mehr vorgenommen hatte. Wie schön war doch die Vorstellung, nach jahrelanger Arbeit endlich Zeit für die angenehmen Dinge des Lebens zu finden. Aber irgendwie verliert man schnell die Lust, sich aufzuraffen und wirklich einmal das Buch zu lesen, das man schon so lange lesen wollte oder den Pullover zu stricken, für den man sogar schon die Wolle gekauft hatte.
Und dennoch verbringt man seine Tage entweder in der Küche oder im Garten, was natürlich auch schön sein kann, aber ziemlich einsam ist. Mein Mann zum Beispiel geht jetzt freiwillig wieder in unserem alten Betrieb arbeiten, um dem alltäglichen Einheitstrott zu entfliehen. Nur ich saß zu Hause und habe auch ihn mit dem Mittag gewartet. Dass das nicht lange gut gehen kann, brauche ich sicher nicht weiter zu erklären.
Deshalb habe ich jetzt beschlossen, mir neue Hobbys zu suchen. Eines davon ist das Bloggen. Meine Enkelin hat mich auf die Idee gebracht. Früher habe ich auch gern geschrieben und so ist sie auf die Idee gekommen, dass ich doch das Internet als neue Plattform für meine literarischen Ergüsse nutzen kann. Aber dennoch brauchte ich etwas, was mich auch anderen Menschen persönlich näher bringt. Ich habe in letzter Zeit gemerkt, wie sehr mir soziale Kontakte fehlen. Alle, sowohl Kinder als auch Enkelkinder, sind aus dem Haus und für eine Uroma bin ich noch zu jung (zum Glück eigentlich) Aber ich brauche dennoch etwas, wo ich mich mit Gleichaltrigen treffen und Informationen austauschen kann.
Darum habe ich mich mal schlau gemacht und festgestellt, dass es zahlreiche Seniorenangebote gibt. So zum Beispiel bietet unser städtisches Schwimmbad Seniorenkurse an und auch die Bibliothek hat einen eigenen Lesezirkel für die betagteren unter uns. So komme ich dann vielleicht auch mal dazu, das Buch zu lesen, das ich schon so lange einmal lesen wollte. Soziale Kontakte, und das ist, was ich mit diesem Artikel deutlich machen möchte, sind auch im Alter unheimlich wichtig und beugen Senilität vor.
Urlaub an der deutschen Küste
ich glaube, dass es vielen älteren Menschen, wie mir selbst auch, so geht, dass sie Angst vor dem Verreisen haben. Irgendwann hat man sich dann ein kuscheliges Heim, vielleicht mit Garten wie in meinem Fall, zugelegt und Urlaub ist dann fast nie möglich. Entweder müssen die Kartoffeln raus oder die Erdbeeren geerntet werden. Und wenn der Garten dann im Winter keine Aufmerksamkeit mehr benötigt, ist es sowieso zu kalt, um wegzufahren.
Ich habe inzwischen aber festgestellt, dass Reisen unheimlich wichtig sind, um dem Alltag im Rentenalter zu entfliehen und man sich nicht in flüchtige Ausreden verrennen soll. Man muss ja nicht nach Amerika fliegen, aber ein gemütlicher Wanderurlaub zu zweit an einer unserer wunderschönen Küsten sollte doch schon einmal im Jahr geplant werden. Der Vorteil an einem Deutschlandurlaub ist, dass man keine Sprachbarrieren überwinden muss. Ein Auslandsurlaub wirkt auf mich dann doch immer etwas abschreckend, weil ich nicht weiß, wie ich ohne Englisch kommunizieren soll. Außerdem umgeht man die hektik am Flughafen, die mich doch schon einige Male etwas überfordert hat.
Deshalb waren wir dieses Jahr zum Beispiel auf Rügen wandern.
Nächstes Jahr wollen wir dann wieder an die Nordsee fahren, weil der Küstenstreifen flacher ist und man dann auch Fahrrad fahren kann. Ein Wanderurlaub in den Mittelgebirgen ist auch schon geplant. Ich werde dann hier ein paar Tipps dazu geben. Wir wollen uns etwas in der Sächsischen Schweiz oder dem Harz suchen. Da sind dann die Höhenunterschiede nicht zu groß und unser Urlaub wird nicht zur Tortur.
Solche Urlaube tun der Seele gut und helfen, die Zeit einfach einmal zu vergessen. Wir haben uns wieder jung gefühlt, als wir bei Sturm am Strand entlang gewandert sind und die Seeluft genossen haben. Im Herbst oder Frühjahr verreise ich immer am liebsten und das beste am Senionrendasein ist ja, dass man außerhalb der Ferienzeiten in den Urlaub fahren kann und so immer billigere Hotelangebote erhält.
Übrigens kann man fast überall gute Fahrräder ausleihen und muss somit nicht sein eigenes mühselig mit dem Auto transportieren. Wenn man gar kein eigenes Auto hat, empfehle ich die Sonderangebote der deutschen Bahn. Hier gibt es immer günstige Deutschlandtickets, mit denen man bequem zum gewünschten Urlaubsziel reisen kann. Allerdings sollte man dann mit leichtem Gepäck in den Urlaub fahren





