28 Apr 2011, 2:29pm
Alltag:
by SHieven

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Liebe Leserinnen und Leser,

entschuldigt bitte, dass ich in den letzten Wochen so wenig habe von mir hören lassen. Die Krankheit meines Mannes hat doch mehr Zeit und Kraft gekostet, als anfangs gedacht. Als er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war er noch sehr wackelig auf den Beinen und benötigte viel Unterstützung. Inzwischen geht es ihm aber wieder wesentlich besser, sodass wir das Osterfest im Garten und mit Freunden verbringen konnten.

Das Fest war wirklich sehr befreiend nach all dem Stress und den Sorgen der letzten Wochen. Wir haben gegrillt, geredet und ich habe meine alte Gitarre herausgekramt, weil mir eine gute alte Freundin ein paar Saiten zu Ostern geschenkt hat. Ich weiß gar nicht, wie lange ich diese Gitarre schon nicht mehr benutzt habe. Irgendwie ist sie auf dem Boden verschwunden und dann dort geblieben. Zu unserem Grillabend hat sie dann aber wirklich gut gepasst und ich konnte meine alten, eingerosteten Finger wieder einmal etwas aktivieren. Wir fühlten uns in unsere Jugend zurückversetzt und ich habe den Moment wirklich genossen.

Nach diesem entspannenden Exkurs in alte Zeiten steht schon Morgen aber wieder die Gegenwart vor der Tür. Mein Mann hat eine weitere Untersuchung, bei der die Ärzte sehen wollen, ob das Antibiotikum richtig anschlägt und sein Heilungsprozess wie geplant verläuft. Drückt uns bitte die Daumen für Morgen. Und da ich diesen Artikel bereits wie einen Brief begonnen habe, möchte ich ihn auch so abschließen.

in Liebe

Sandra

..und plötzlich ist nichts mehr, wie es war!

Wer hätte gedacht, dass sich alle positiven und schönen Gefühle des Frühlings so schnell ins Negative verkehren können, dass alles Glück, alle Vorfreunde plötzlich einer nackten Angst weicht? Ich wäre sicherlich die Letzte gewesen, die so etwas vermutet hätte und doch ist es mir widerfahren. Letztes Wochenende saß ich noch auf der Terrasse, habe geschrieben und mich über den wunderschönen Tag gefreut.

Mein Mann liegt seit vorgestern im Krankenhaus und ich habe zum Glück gerade erfahren, dass es nichts Lebensbedrohliches ist. In der Nacht von Dienstag zu Mittwoch wollte er nachts auf die Toilette gehen und hat plötzlich das Gleichgewicht verloren. Seitdem war ihm so schwindelig, dass er nicht mehr aufstehen konnte. Er hat praktisch die ganze Nacht im Bad verbracht, weil er sich einfach nicht bewegen konnte. Und ich habe es nicht bemerkt. Ich schäme mich so dafür. Am Mittwoch Morgen haben wir ihn dann schnell ins Krankenhaus gebracht und zunächst konnte ihm niemand helfen. Heute haben wir erfahren, dass es eine Entzündung der Gleichgewichtsorgane ist, die sich aber wieder vollständig zurückbilden wird. Dennoch darf er jetzt erst einmal ein halbes Jahr lang weder Auto noch Rad fahren. Diese Nachricht hat uns sehr hart getroffen, denn unser größtes Hobby ist das Fahrrad und wer weiß, wie lange wir diesem Hobby noch frönen können.

Alles hat mich wirklich geschockt, denn es kam so plötzlich. Natürlich bin ich froh, dass er wieder gesund wird, aber der Schreck steckt mir immer noch in den Knochen. Unglaublich, wie schnell sich alles ändern kann, wie schnell alle Pläne sich in Luft auflösen und man ganz klein dasteht. Zum Glück kommt meine Enkelin morgen und ich habe jemanden, der bei mir ist und bei meinem Mann.