9 Nov 2010, 10:47am
Allgemein
by SHieven

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Doku: Unter Piraten

Am Sonntag haben mein Mann und ich eine Dokumentation im Fernsehen gesehen, die mich wirklich tief bewegt hat. Die RTL Reporterin Antonia Rados hat sich unter Einsatz ihres Lebens nach Somalia begeben, um dort das Leben der Piraten zu erforschen. Ich habe wirklich selten so mitgefiebert, wie bei dieser Dokumentation.

Die Reporterin ist zunächst mit ihrem Team nach Somalia geflogen, was übrigens als gefährlichstes Land der Welt gilt und hat sich dann mit Hilfe von ehemaligen Militärs in ein Fischerdorf fahren lassen, welches als Hochburg von Piraten gilt. Selbst die Fahrt dahin war schon spannend anzusehen. Ständig musste der Konvoi anhalten, weil andere Piraten Straßensperren aufgebaut hatten.

Im Dorf durften sie sich dann mit den ältesten unterhalten und stellten fest, dass die meisten Piraten eigentlich gar keine sein wollen. Die meisten wären gern wieder Fischer, aber die großen ausländischen Fischerboote verwehren ihnen diesen Wunsch, weil sie die somalische Küste hemmungslos leer fischen. Ob man ihnen nun glauben kann oder nicht, dass sie den durch die Piraterie erworbenen Luxus wirklich lieber wieder gegen ein armes Fischerleben eintauschen wollen, sei erst einmal dahingestellt. Wenn man nämlich sieht, dass sich die Piraten so etwas wie Handys oder mehrere Frauen leisten können, kann ich mir das schlecht vorstellen.

Ich fand es außerdem sehr erschreckend, dass auch Jugendliche schon intensiv in das Geschäft eingebunden werden. Sie werden als Wachposten angeheuert und verdienen so vergleichsweise viel Geld (pro Auftrag rund 4000 Dollar, im Vergleich dazu verdient der Dorflehrer 50 Dollar im Monat).

Leider konnten die Reporter dann nicht mehr mit auf ein gekapertes Schiff fahren, das übrigens schon seit über 8 Monaten festgehalten wurde. Auf der Rückreise erfuhren die Reporter dann, dass radikale Islamisten ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt hatten und dass sie so schnell wie möglich fliehen mussten.

Eventuell wurde auch hier wieder etwas übertrieben, aber diese Dokumentation inmitten von Piraten hat mich doch tief beeindruckt. So ein Reporter hat schon einen gefährlichen Job und ich hoffe, dass Frau Rados für ihr Engagement einen Preis erhält.

15 Okt 2010, 3:32pm
Allgemein Alltag
by SHieven

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Ausländerhass wächst immer weiter

Ich hatte ja schon über die neu entflammte Integrationsdebatte geschrieben und deutlich Stellung bezogen. Nun habe ich aber einen Artikel im Internet gefunden, der mir gezeigt hat, dass ich mit meiner sehr toleranten Meinung gegenüber Mitbürgern mit Migrationshintergrund (so die offizielle Bezeichnung) wohl zu einer Minderheit in Deutschland gehöre.

Glaubt man nämlich dem Artikel, den ich auf Spiegel Online gelesen habe, so zeigen sich über 50 Prozent der Deutschen Bevölkerung intolerant gegenüber Muslimen. Das ist, wie ich finde, eine erschreckend hohe Zahl. Woher kommt dieser Fremdenhass? ich glaube, dass die Medien einen großen Anteil daran tragen. Ständig sieht man Berichte über Ehrenmorde, Zwangsverheiratung und Unterdrückung der Frau in muslimischen Familien, die in Deutschland leben. Es wird dann suggeriert, dass diese konservative Einstellung von allen Muslimen in Deutschland vertreten wird. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Auch in unserer Gesellschaft gibt es schwarze Schafe, das darf man nicht vergessen.

So fand die Studie, welche in dem Spiegelartikel vorgestellt wurde, unter anderem auch heraus, dass sich jeder zehnte einen Führer wünsche und jeder dritte sogar dafür plädiert, alle Ausländer zurückzuschicken. Das sind für mich genauso unakzeptierbare Dinge wie Zwangsheirat. Wie können sich denn bitte 10 Prozent unserer Bevölkerung einen Führer wünschen? Ich bin alt und habe in meiner die Nachwehen des Nationalsozialismus noch sehr deutlich gespürt. Die junge Generation kann sich gar nicht vorstellen, wie schlimm diese Zeit war, anders kann ich mir dieses Umfrageergebnis nicht erklären.

Und dass wir die “Ausländer” in unserem Land brauchen, um uns als Nation weiter zu entwickeln, habe ich in einem anderen Beitrag schon deutlich gemacht. Ich verstehe einfach nicht, wie diese Meinungen immer noch Bestand haben können? Wir sind doch eigentlich eine moderne, aufgeklärte Gesellschaft.

Wie dem auch sei: ich finde diesen Bericht sehr alarmierend und beängstigend.

2 Sep 2010, 1:54pm
Allgemein
by SHieven

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Urlaub an der deutschen Küste

ich glaube, dass es vielen älteren Menschen, wie mir selbst auch, so geht, dass sie Angst vor dem Verreisen haben. Irgendwann hat man sich dann ein kuscheliges Heim, vielleicht mit Garten wie in meinem Fall, zugelegt und Urlaub ist dann fast nie möglich. Entweder müssen die Kartoffeln raus oder die Erdbeeren geerntet werden. Und wenn der Garten dann im Winter keine Aufmerksamkeit mehr benötigt, ist es sowieso zu kalt, um wegzufahren.

Ich habe inzwischen aber festgestellt, dass Reisen unheimlich wichtig sind, um dem Alltag im Rentenalter zu entfliehen und man sich nicht in flüchtige Ausreden verrennen soll. Man muss ja nicht nach Amerika fliegen, aber ein gemütlicher Wanderurlaub zu zweit an einer unserer wunderschönen Küsten sollte doch schon einmal im Jahr geplant werden. Der Vorteil an einem Deutschlandurlaub ist, dass man keine Sprachbarrieren überwinden muss. Ein Auslandsurlaub wirkt auf mich dann doch immer etwas abschreckend, weil ich nicht weiß, wie ich ohne Englisch kommunizieren soll. Außerdem umgeht man die hektik am Flughafen, die mich doch schon einige Male etwas überfordert hat.

Deshalb waren wir dieses Jahr zum Beispiel auf Rügen wandern.

Nächstes Jahr wollen wir dann wieder an die Nordsee fahren, weil der Küstenstreifen flacher ist und man dann auch Fahrrad fahren kann. Ein Wanderurlaub in den Mittelgebirgen ist auch schon geplant. Ich werde dann hier ein paar Tipps dazu geben. Wir wollen uns etwas in der Sächsischen Schweiz oder dem Harz suchen. Da sind dann die Höhenunterschiede nicht zu groß und unser Urlaub wird nicht zur Tortur.

Solche Urlaube tun der Seele gut und helfen, die Zeit einfach einmal zu vergessen. Wir haben uns wieder jung gefühlt, als wir bei Sturm am Strand entlang gewandert sind und die Seeluft genossen haben. Im Herbst oder Frühjahr verreise ich immer am liebsten und das beste am Senionrendasein ist ja, dass man außerhalb der Ferienzeiten in den Urlaub fahren kann und so immer billigere Hotelangebote erhält.

Übrigens kann man fast überall gute Fahrräder ausleihen und muss somit nicht sein eigenes mühselig mit dem Auto transportieren. Wenn man gar kein eigenes Auto hat, empfehle ich die Sonderangebote der deutschen Bahn. Hier gibt es immer günstige Deutschlandtickets, mit denen man bequem zum gewünschten Urlaubsziel reisen kann. Allerdings sollte man dann mit leichtem Gepäck in den Urlaub fahren

27 Aug 2010, 12:01pm
Allgemein
by SHieven

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Die Liebe zum Menschen

In meinem ersten Post möchte ich einmal Katharina Sonntag zu Wort kommen lassen, die mit viel Liebe Ihren Dienst am Menschen tut und beide Facetten des Berufes zusammengefasst hat:

Alte Leute sind auch Menschen! Sie brauchen die gleiche Aufmerksamkeit wie Kinder oder behinderte Menschen! Mir macht es richtig Spaß mit den alten Menschen! Denn sie freuen sich über den frischen Wind, den man als FSJ‘lerIn mitbringt und sagen einem, wie dankbar sie für meine Hilfe sind! Man bekommt das Gefühl, als hätte man nicht nur zwei Omas oder zwei Opas, wie es eigentlich ist, sondern als hätte man zehn davon! Es ist, als würde man sich gegenseitig adoptieren, als würde man sagen, der oder die ist jetzt wie ein weiterer Opa oder eine weitere Oma für mich! Doch es gibt auch eine andere Seite in der Altenpfl ege. Der Schichtdienst kann einen anfangs schon fertig machen und auch die Wochenenddienste sind nicht einfach, wenn man es vorher gewohnt war, dass man sich wenigstens an den Wochenenden erholen kann! Außerdem ist das Thema Tod nicht zu umgehen! Mir ist es bisher erspart geblieben, dass Bewohner meiner Station gestorben sind. Ich bin gespannt, was mir das Leben und besonders die zweite Hälfte meines FSJs noch bereitet! Bisher war es sehr schön und ich kann es jedem nur empfehlen. Denn die Freude, die mir die Menschen entgegenbringen und die tollen Seminare sind Erlebnisse, die man gemacht haben sollte!

Ich möchte anderen interessieren Menschen einen Einblick in das Leben, Wesen, Denken der älteren Mitmenschen verschaffen. Vielleicht spreche ich ja aber auch einigen ältere Lesern aus der Seele. Eins steht dabei im Vordergrund: Das gegenseitige Verstehen und die Freude am Leben.