ich habe es geschafft!
Die Familienfeier liegt hinter mir und ich brauche jetzt eine Woche Urlaub. Na gut, vielleicht keine ganze Woche, aber wenigstens einen Tag. Bis eben habe ich noch die letzten Reste weggeräumt und nun glänzt die Küche wieder wie vorher. Zum Glück gibt es inzwischen Spülmaschinen. Als ich früher noch keine hatte, war das Aufräumen nach solchen Geburtstagen noch viel zeitaufwändiger.
Doch jetzt sind alle Teller und Tassen verstaut, alle Gläser poliert und die leeren Flaschen entsorgt. Und so habe ich wohl die letzten schönen warmen Tage des Jahres mit dem Aufräumen und Putzen verbracht.

Es ist wie immer so viel übrig geblieben, dass sich mein Mann und ich noch den Rest der Woche davon ernähren könne, aber das hatte ich ja prophezeit. Nun gönne ich mir also ein paar Tage Ruhe. Früher hätte ich so einen Geburtstag am Wochenende mit Leichtigkeit ausgerichtet und wäre am Montag wieder auf Arbeit gegangen, doch jetzt ist mir das alles etwas zu viel Stress. Man muss alle bewirten und am längsten wach bleiben. Hier zeigt sich dann doch mein hohes Alter.
Ich mag diese Momente ja überhaupt nicht, in denen ich mein Alter spüre, aber sie nehmen kontinuierlich zu. Um dem Abhilfe zu verschaffen, werde ich mich gleich wieder dem Yoga widmen. Das musste ich in den letzten Tagen etwas vernachlässigen und habe eigentlich sofort gemerkt, wie sehr mir die Bewegung fehlt. Ohne meine Stunde Yoga am Tag fühle ich mich nicht fit und meine Gelenke schmerzen.
Wer hätte gedacht, dass ich in meinem hohen Alter noch abhängig von etwas werden kann? Und ich warf die letzte, die dachte, dass diese Abhängigkeit sich ausgerechnet im Sport niederschlägt. Früher war ich gar nicht so aktiv, bin vielleicht mal ein wenig Fahrrad gefahren oder war mit meinem Mann wandern. Erst im Rentenalter habe ich begonnen, regelmäßig Sport zu treiben und ich muss zugeben, dass es mir gut tut.
Inzwischen ärgere ich mich, dass ich nicht schon früher damit begonnen habe. Vielleicht hätte ich mir dadurch das ein oder andere Leiden erspart.