wenn der Herbst beginnt…
…fange ich doch gern einmal an zu lesen. Und in diesem Herbst drängen sich mir zwei Bücher förmlich auf: zum einen natürlich das momentan am stärksten diskutierte Buch in der deutschen Öffentlichkeit von Thilo Sarrazin und zum anderen die Autobiografie des vom Schicksal gebeutelten Mädchen Natascha Kampusch.
Auch wenn ich Herrn Sarrazin ungern zu noch mehr Reichtum verhelfen will, interessiert mich dennoch, was hinter den ganzen Diskussionen steckt. Ich finde es ja schon bemerkenswert, wie groß die Sympathie im Volk für diesen mann ist. Immerhin hat die SPD 2 Prozent in den aktuellen Umfragen eingebüßt, nur, weil sie vorhaben, das Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank aus der Partei auszuschließen. Deshalb frage ich mich natürlich, ob unser Volk wirklich so große Probleme mit Einwanderern hat oder, ob Herr Sarrazin gar nicht so unglaubliche Dinge aufgeschrieben hat, wie von den Medien behauptet. Also der Titel klingt wirklich provokant, das gestehe ich mir ein, aber im Bucheinband selbst wird seine These bereits näher erläutert und klingt wie die Zukunftsprognose eines erfahrenen Mannes, der sein Leben der Politik und der Verwaltung gewidmet hat. Auch die Produktbeschreibung bei Amazon klingt nicht unbedingt negativ, was man ja vermuten könnte. Ich glaube, dass Herr Sarrazin nicht das Schicksal eines Jürgen Möllemann ereilen wird, auch wenn er soeben von der Presse gevierteilt wird.
Nun zu dem anderen Buch, dass ich diesen Herbst lesen möchte. Ich glaube, dass jeder 2006 die dramatische Geschichte von Natascha Kampusch miterlebt hat. Das arme Mädchen, das 3096 Tage von einem Perversen in einen Keller gesperrt wurde, Nun scheint sie ihre Geschichte soweit aufgearbeitet zu haben, dass sie ein Buch darüber schrieben konnte. Ich bin wirklich sehr gespannt darauf, nicht, weil ich mehr Details über diese grausame Geschichte erfahren möchte, sondern, weil mich die Entwicklung dieses armen Mädchens interessiert und, weil ich mir die Grausamkeit der Menschheit immer mal vor Augen führen muss.
Natürlich funktioniert kein Regieren mehr, wenn bis ins kleinste über alles abgestimmt wird, aber es kann auch nicht angehen, dass in solchen Beträgen über den Wunsch des Bürgers hinweg entschieden wird. Ab einer bestimmten Summe sollte es zur Pflicht werden, dass es einen Volksentscheid gibt!

Ich habe einige Interviews mit Natascha Kampusch gesehen und ich denke, ich werde ihr Buch auch lesen. Ich finde nämlich ihre Einstellung gut, mit dem Buch einfach mal IHRE Komplettversion zu erzählen und diese dann einfach so stehen zu lassen – egal, was die Leute/Medien sagen.
Was die Diskussion um Sarrazins Buch betrifft so nehme ich wahr, dass nach der ersten Empörung durchaus eine Menge Leute den Mut aufbringen, ihm zuzustimmen. Die Medien sind ja auch ganz gut auf den Zug aufgesprungen… die Diskussionen sprechen nicht immer gegen Sarrazins Ansichten, sondern immer öfter wird ganz offen zugestimmt. Das Buch ist vielleicht sowas wie eine Steilvorlage für’s Aussprechen einer nicht so populären Meinung gewesen, die jetzt im Raum schwebt.
Interessant finde ich die Diskussion, da man so endlich mal zu sehen und zu hören bekommt, wie die Menschen in Deutschland WIRKLICH denken.